Samstag, 12. Januar 2013

Denn du gehörst zu mir

"Meine Eltern haben eine Braut für mich ausgesucht, ich muss dich verlassen Sayo. Es tut mir leid."
Deine Worte durchschneiden mein Herz. Dein Pfeil durchbohrt alles von mir, lassen mich bluten.
Und leise fließen meine Tränen meine Wange hinunter und prallen auf dem Boden auf, lassen alle Trauer frei. Sie sterben während sie fliegen und ich habe Angst, das du ihren Fall hörst.
"Du...", ich kann nicht reden. Das Wort bleibt in der Luft hängen. Ich habe so vieles im Kopf aber kann die Wörter nicht formen. Mein Mund will nicht wie ich es will. Ich schluchze. Meine Schultern beben und ich senke den Kopf.
"Sayo... es tut mir so unendlich leid.", sagst du und nimmst mich in den Arm. Ich spüre es, du weinst auch. Der Herbstwind weht und die Blätter fliegen umher. Ein Blatt verfängt sich in meinem Haar, langsam lässt du mich los und wischst meine Tränen weg, holst das Blatt aus meinem Haar und dann gibst du mir einen Kuss auf die Stirn. Ich kann das nicht. Ich hasse dich Jason. Ich hasse dich. 
Ich lasse meinen Kopf gesenkt, ich hebe ihn auch nicht als ich merke das du dich entfernst. Mein Leben wird immer an die hängen bleiben. 

"Nichts ist fürimmer. Alles hat sein Ende."


Erinnerungen

Es sind unsere Erinnerungen. Eigentlich wollte ich doch nur meine Wohnung aufräumen und jetzt stoße ich auf sie. Auf Fotos, Briefe, Videos, Postkarten, Geschenke... alles was du mir in unseren neun Jahren gegeben hast. Wir lachen und ich frage mich wann ich das letzte mal eigentlich gelacht habe.
Die Erinnerungen zeigen mir alles was jetzt nicht mehr sein wird. Es ist die Vergangenheit. Die Vergangenheit ist vorbei... die Vergangenheit lässt meine Hoffnung sterben das es dich und mich wieder geben wird. In der Vergangenheit hast du mich verlassen. Und warum? Weil deine Eltern dir jemanden ausgesucht haben mit der du durchs Leben gehen wirst. Du wirst mit ihr über die Welt gehen, du wirst ihre Hand halten, du wirst der Vater ihrer Kinder und du wirst ihr Mann. Ich hasse sie. Ich weiß nicht wer sie ist, ich weiß nicht wie sie aussieht, ich weiß auch nicht wie sie ist... aber ich weiß das ich sie hasse. Ich dachte deine Eltern würden uns akzeptieren oder du würdest etwas sagen. Aber du hast uns aufgegeben. 
Ich nehme alle unsere Erinnerungen und werfe sie weg. Sie sind Vergangenheit.

Als ich am nächsten Tag deine Einladung zur Hochzeit bekomme, falle ich. Der Boden ist plötzlich fort und ich falle. Kann man fürimmer fallen? Es ist ein schönes Gefühl. Ich habe mich darauf eingestellt dich zu vergessen und jetzt bist du wieder da. 
Wie kannst du nur?
Aber ich weiß das es nichts bringt. Ich werde zu deiner Hochzeit kommen, Jason.


Der Tag deiner Hochzeit

Ich bin bereit. Ich sitze in der ersten Reihe. Es sieht alles wunderschön aus... und gleich wirst du endlich verheiratet sein. Dann muss ich loslassen. 
Dann wird der letzte Funke Hoffnung sterben. 
Sterben... dieses Wort ist so leer. Es hat eine Bedeutung, aber diese Bedeutung ist leer. Denn wenn du stirbst, dann gibt es dich nicht mehr. Dann bist du vergessen und was dann passiert, das weißt du nur, wenn du gestorben bist. 
Ich werde aus meinen Gedanken gerissen als du die Kirche betrittst und so übernatürlich aussiehst. Du hast dich nicht verändert. Ich sehe dir keine Spuren unserer Trennung an, sie war dir egal. Neun Jahre, waren dir egal. 
Ich schließe die Augen und lächle. Ja, du sollst sehen wie egal du mir bist und das ich diese Hochzeit Lächerlich finde. Aber mein Lächeln verschwindet als du mich ansiehst. Deine Augen... sie sind so leer. In deinen Augen spiegele ich mich, ich bin eins mit dir. Und ich sehe dir an das du weinen willst. Ich sehe dir an das du an unsere Jahre denkst. Du vermisst mich, nicht wahr?
Und dann tritt sie ein. Endlich kann ich sie sehen und sie ist wunderschön. Aber du siehst sie an als wäre sie Gift. Würdest du lieber mich in einem weißen Kleid sehen? Hoffnung.
Ich wünschte du würdest antworten, aber es kommt nichts. Sie steht vor dir. Der Priester wartet, alle warten, ich warte... auf dein "Ja". Aber du sagst nichts, du blickst umher. Du blickst die Menschen an die warten. Deine Braut, deine Eltern und die anderen Gäste, bis dein Blick auf mich fällt. Dann bewegst du dich, deine Füße steuern genau auf mich zu, du kommst zu mir. Ich stehe auf. Lange bleibst du vor mir stehen. Alle sind verwirrt und deine Eltern spannen sich an.
Endlich nimmst du meine Hand und ziehst mich fort. 
Du rennst raus mit mir. Blicke bleiben an uns hängen und keiner weiß dich aufzuhalten. Endlich sind wir aus dieser Kirche raus.
"Ich war so dumm Sayo. Ich war so dumm auf meine Eltern zu hören und dich zu verlassen, ich war so dumm."
Ich schaue dich an.
"Jason... Ja, du warst dumm!", und ich kann nicht unterdrücken zu weinen. Ich bin so glücklich.
"Sayo...", du siehst mich an. Wir steigen in den Wagen und fahren fort. Glück. 
"Und warum merkst du das eigentlich erst jetzt deinen Fehler!?", schreie ich fast.
"Ich weiß es nicht. Der Druck war so hoch und ich... es tut mir leid.", du siehst mich an und deine Augen sind wieder lebendig. Deine Augen lachen für mich.
"Lass uns einfach fort gehen Sayo."
Ich schließe die Augen und versuche zu realisieren. Ich hoffe darauf das es kein Traum ist. Ich will nicht aufwachen und dich nicht bei mir haben...
Als ich meine Augen öffne, glaube ich kaum wo wir sind. Wir sind an unserem Strand. An dem Ort, wo du mich zum ersten mal geküsst hast und wo wir zu unserem Jahrestag immer waren. Ich kann es nicht glauben.
Wieder nimmst du mich an die Hand und führst mich ans Meer. Meine Schuhe habe ich schon lange ausgezogen und der Sand kitzelt meine Füße.
"Sayo... ich weiß das kommst für dich jetzt vielleicht etwas... naja blöd. Aber ich liebe dich. Ich liebe dich wirklich und ich... naja", du senkst den Blick und ich verstehe nicht ganz.
"Sayo! Heirate mich!", das kommt so plötzlich das ich fast hinfalle. Aber du fängst mich auf.
"Jason...", fange ich an. 
"Nein... es muss nicht jetzt sein. Auch nicht in ein paar Monaten. Aber ich will das du mich heiratest, sag einfach Ja!"
Ich nicke nur.
"Ja.", du nimmst mich in den Arm und ich schließe die Augen. 
Und als die Sonne untergeht, werden unsere Lippen endlich eins. 
"Denn du gehörst nur mir...", flüsterst du. 



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Danke fürs Lesen!

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